Deutsche Rentenversicherung – Versicherungsverlauf aktualisieren und Ausbildungszeiten anrechnen lassen

In der deutschen Rentenversicherung können verschiedene beitragsfreie Zeiten als sog. Anrechnungszeiten berücksichtigt werden. Diese führen insb. in der der Rentenberechnung zugrunde liegenden Gesamtleistungsbewertung zu einem günstigeren Ergebnis.

Insbesonders die Anrechnung von Ausbildungszeiten als Anrechnungszeiten lohnt sich für Akademiker angesichts der langen Ausbildungszeit. Dies gilt auch noch unter den aktuellen Regelungen, auch wenn in den letzten Jahrzehten die Möglichkeit einer solchen Anrechnung von Ausbildungszeiten sukzessive verschlechtert worden ist.

Rechtliche Grundlagen der Anrechnung

Aktuell ist die Anrechnung geregelt in § 58 SGB VI:

(1) Anrechnungszeiten sind Zeiten, in denen Versicherte […]
4. nach dem vollendeten 17. Lebensjahr eine Schule, Fachschule oder Hochschule besucht oder an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilgenommen haben (Zeiten einer schulischen Ausbildung), insgesamt jedoch höchstens bis zu acht Jahren, […]

(4a) Zeiten der schulischen Ausbildung neben einer versicherten Beschäftigung oder Tätigkeit sind nur Anrechnungszeiten wegen schulischer Ausbildung, wenn der Zeitaufwand für die schulische Ausbildung unter Berücksichtigung des Zeitaufwands für die Beschäftigung oder Tätigkeit überwiegt.

Insgesamt werden also nur maximal acht Jahre nach dem 17. Lebensjahr anerkannt, wobei außerdem der Zeitaufwand der Ausbildung dem Zeitaufwand einer eventuell parallel betriebenen Beschäftigung überwiegen muss.

Wie Ausbildungszeiten anrechnen lassen?

Die Anrechnung der Zeiten erfolgt nicht automatisch, da die Deutsche Rentenversicherungen keinen Zugriff auf die Datenbanken der Schulen und Hochschulen hat. Jeder hat also selbst seine Ausbildungszeiten der Rentenversicherung mitzuteilen.

Wann diese Mitteilung erfolgt, ist egal – zumindest habe ich dem SGB VI nichts Entgegenstehendes entnehmen können. Die Mitteilung kann damit also auch erst kurz vor der Rente und Jahrzehnte nach Abschluss der Ausbildung erfolgen.

Allerdings bedarf es der Erbringung von Nachweisen, dass die entsprechende Ausbildungszeit tatsächlich geleistet wurde. Je mehr Zeit seitdem vergangen ist, desto höher ist naturgemäß das Risiko, dass Unterlagen nicht mehr beigebracht werden können, sodass es sich empfiehlt, die Ausbildungszeiten unmittelbar nach Beendigung der Ausbildung der Rentenversicherung mitzuteilen.

Dafür ist bei der Rentenversicherung ein Antrag auf Kontenklärung zu stellen, wofür Formular V0100 zu nutzen ist. Dem ist der ausgefüllte Fragebogen für Anrechnungszeiten (Formular V0410) beizufügen einschließlich der Anlagen, die die Ausbildungszeiten belegen. Dazu gehören insbesondere Abschlusszeugnisse (Abiturzeichnis, Diplom, Bachelor-/Masterzeugnis, Promotionsurkunde u.ä.) sowie die bei Exmatrikulation an der Universität von der Universität in der Regel erstellte Exmatrikulationsbescheinigung.

Weitere Informationen

Der Antrag auf Kontenklärung sowie der Fragebogen für Anrechnungszeiten sind auf folgender Seite zu finden: DRV – Kontenklärung

Mehr Informationen zur Anerkennung von Ausbildungszeiten als Anrechnungszeiten finden sich auf der Seite der Rentenversicherung: DRV – Studium & schulische Ausbildung

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